Vorsitzender des Turnverein wurde gerade wiedergewählt, als er überraschend die Auszeichnung erhält

Pressetext/Bild aus 2014 von Jens Dörr, Journalist & Pressefotograf Dieburg

Da hatten die Eingeweihten vorab geschwiegen wie ein Grab: Denn dass er auf der Jahreshauptversammlung des TV Dieburg den Ehrenbrief des Landes Hessen erhalten würde, hatte Ulrich Bausch nicht einmal geahnt. Gerade war der Vorsitzende von Dieburgs größtem Verein in seiner Funktion wiedergewählt worden, da schritt auch schon Laudator und Ex- Groß-Zimmern-Bürgermeister Dieter Emig ans Rednerpult. „Wir ehren einen Mann, der sich in seinem Verein seit weit über 30 Jahren engagiert, im Turngau Odenwald seine Spuren hinterlassen hat und sich im Sportkreis der Fusions-AG – einer weiß Gott schwierigen Aufgabe – gestellt hat“, fasste Emig es in seiner Begründung der Auszeichnung für den seit Jahrzehnten intensiv ehrenamtlich tätigen Dieburger zusammen.

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Seit März 2014 stolzer Ehrenpreisträger:
Vorsitzender Ulrich Bausch

Der 52-jährige Bauingenieur, dessen Frau Barbara er durchs Turnen kennenlernte – Bauschs einstige sportliche Leidenschaft, während er heute Skifahren und Wandern vorzieht -, wurde 2007 erster Mann im 2 300 Mitglieder zählenden Turnverein. Als Übungsleiter im Geräteturnen startete Bausch beim TVD bereits 1980. Von 1982 bis 1986 war er Jugendwart, leitete von 1997 bis 2007 die Turnabteilung und ist seit 1982 zudem im Turngau Odenwald in unterschiedlichen Funktion involviert. Von 2004 bis 2010 war er dessen Stellvertretender Vorsitzender.

Als sich im Zuge der Sportkreis-Reform in Hessen – was vor allem die Zusammenlegung von Kreisen bedeutete – zeigte, dass auch der Sportkreis Dieburg nach dem Willen des Landessport-Bunds nicht mehr solo bleiben und mit Darmstadt fusionieren sollte, stellte sich Bausch, beruflich leitend in der Eisenbahn-Verkehrsplanung, in einer nicht immer dankbaren Diskussion der Weichenstellung anderer Art. Seit 2008 arbeitet er zudem am Stadtleitbild Dieburgs und dessen Umsetzung mit.

Während Emig mit Blick auf den neuen Träger des Landes-Ehrenbriefs auch hervorhob, dass Bausch maßgeblich an Planung und Durchführung des TVD-Hallenanbaus zwischen 1993 und 1997 beteiligt war, schätzen die Vorstandskollegen, Übungsleiter, Geschäftsstellen-Kräfte und „einfachen“ Mitglieder beim Turnverein ihren „Uli“ für sein unkompliziertes, bodenständiges und doch stets seriöses Auftreten. Er selbst verstehe sich als Teamplayer, so Bausch, „aber einer muss ja den Hut aufsetzen“. Unter seinem Vorsitz stemmte der TVD 2013 sein 150-jähriges Bestehen samt beeindruckendem Schlossgartenfest.

Längst schwelgt Bausch aber nicht mehr in Erinnerungen an das schöne, gleichwohl extrem stressige vergangene Jahr. Er blickt lieber in die Zukunft des TVD und die Chancen, sie möglichst erfolgreich zu gestalten. „Wir wollen zum Beispiel den Kontakt zu den Schulen weiter verbessern, etwa die Zusammenarbeit mit der Münsterer Aue-Schule aus dem Dornröschen-Schlaf erwecken“, sagt Bausch. In Kürze gibt es eine personelle Veränderung auf einer der Stellen für hauptamtliche Sportlehrer im Verein, außerdem befragt der Turnverein seine Mitglieder in einer Zufriedenheitsanalyse für Sportvereine.

„Ich will den Verein gemeinsam mit meinen Mitstreitern in eine sichere Zukunft führen – organisatorisch und personell“, skizziert Bausch sein Ansinnen für die nächste Amtszeit – und eventuell weitere danach. Den Landes-Ehrenbrief bezeichnet er dann noch als „große Ehre“ – auch wenn er ihn daheim vor dem Gespräch mit dem Autor dieser Zeilen gerade nicht gefunden und entsprechend nicht zum Pressetermin mitgebracht hat. Zu viel Hektik vorher, mal wieder viel zu tun. Und das dürfte sich bei Ulrich „Uli“ Bausch so schnell auch nicht ändern. jd



  Jens Dörr, April 2014